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geschnittene in ASOS Marineblau Kurz Chinos navy 4qnpvRw

Article (PDF Available) inAnasthesiologie und Intensivmedizin 58(10):573-583  · October 2017 with1,436 Reads
Abstract
The threat by terrorist assaults in Europe has increased in the recent years. This requires rethinking emergency strategies by police, firefighters, EMS and hospitals. To develop a comprehensive concept for dealing with "threatening situations" the task force "Tactical Medicine" of the Scientific Working Group Emergency Medicine of the German Society of Anaesthesiology and Intensive Care Medicine invited experts for consensus meetings at the Armed Forces Hospital Ulm. The results may be a basis for regional plannings and include alert, risk assessment, operation lead, communications and tactics for medical care. The tactical approach as well as the medical care follow the strategy "Clear the scene" and the principles of the military Tactical Combat Casualty Care concept to reduce the hazards for the personnel to a minimum. Stopping critical bleedings from extremities by the use of tourniquets got a key role. Static treatment facilities in the out-of-hospital setting - As known from disaster medicine - would be difficult to defend. In lieu of that, efforts are necessary to make hospitals safe areas.

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Available from: Florent Josse , Nov 13, 2017
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Schlüsselwörter
Ta ktische Medizin – Pol izei –
Rettungsdienst – Bedrohlic he
Lagen – Terrori smus
Keywor ds
Ta ctical Medicine – Po lice –
Emerge ncy Me dical S ervice s
(EMS) – Threatening Situations
– Terroris m
Zusammenarbeit v on Rettungskrä ften und
Sicherheitsbehörd en bei bedro hlichen Lagen
Ergebnisse eines nationalen K onsensusgesprächs
B. Hoss feld 1,2, 3 · H. A. Adams4 · R. Bohnen5 · K. Friedrich6 · B. Frieme rt 7, 8 ·
J.-T . Gräsner 9 · S. Gromer10 · F. Josse1,2, 3 · A. Lechleuthner11 · S. Poloczek12 ·
N. Walz 13 · M. Weber14 · T. Wurmb15 · M. Helm1,2
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Aus dem Wissenschaftlichen
Arbeitskreis Not fallmedizin
Arbeitsgruppe
„T aktische Medizin“
1. Sektion Not fallmedizin, Klinik für
Anästhesiolo gie & Intensivmedizin,
Bundeswehrkr ankenhaus Ulm
2. Arbeitsgrup Chinos Marineblau ASOS Kurz navy geschnittene in pe Taktische Medizin des
Arbeitskr eises Notfallmedizin der De ut -
schen Gesellschaft für A nästhesiologie
und Intensivmedizin
3. Tactical Rescue and Emergency
Medicine A ssociat ion e.V.
4. Fichtenweg 3, 54291 3 Trier -Ehrang
5. Polizeiärztlicher Dienst, GSG 9 der
Bundespolizei, Sankt Augustin
6. Bundesfeuerwehrarzt, Deutscher Feuer -
wehrverband, Reinhardtstr. 25, Berlin
7 . Zentrum für Chirurgie, Bundeswehr-
krankenhaus Ulm
8. Arbeitsgrup pe Einsatz-, Katastro phen-
und Taktische Chirurgie der Deutsche n
Gesellschaft für Unfallchirurgie
9. Institut für Rett ungs- und Notfallmedi-
zin, Universit ätskliniku m Schlesw ig-
Holstein, Kiel
10. Deutsches Institut f ür Katastroph en-
medizin, Tübin gen
11 . Bundesve rband der Ärztlichen Leiter
Rettungsdienst
12. Ärztlicher Leiter Rettungsdienst , Berliner
Feuerwehr
13. Vizepräsident, Po lizeipräsidium Stutt gart
14. Bundesamt für Bevölkerungsschutz und
Katastr ophenhilfe
15. Sektion Notfall- und Katastrophen -
me d izin, Klinik und Poliklinik f ür
Anästhe siolo gie, Universitätsklinikum
Würzburg
Zusammenfassung
Die Bedrohung durch terroristische
An schläge in Europa hat zugenommen
und erfordert sowohl von P olizei und
Rettungskräften als auch von den Kran-
kenhäusern ein Umdenken in der not-
fallmedizinischen Versorgung. Um ein
dienstübergreifendes Konzept zum V or-
gehen in solchen „bedrohlichen Lagen“
zu entwickeln und auf die Erfordernisse
der einzelnen Fachdienste abzustimmen,
haben unter Leitung der Arbeitsgruppe
„T aktische Medizin“ des Arbeitskreises
Notfallmedizin der Deutschen Gesell-
schaft für Anästhesiologie und Intensiv-
medizin (DGAI) erstmals in Deutschland
Konsensusgespräche zu dieser T hematik
stattgefunden. Die Ergebnisse sollen die
Grundlage für regional zu erstellende
Einsatzpläne für „bedrohliche Lagen“
bilden und erstrecken sich u. a. auf
Alarmierung, Gefahrenbewusstsein, Ein -
satzführung, Kommunikation sowie
Strategien zur P atientenversorgung. Die
Strategie „Clear the scene“ bestimmt das
taktische Vorgehen und die Versorgung
entsprechend dem aus dem Militär be-
kannten T actical Combat Casualty Care,
um die Gefährdung des eingesetzten
Personals so gering wie möglich zu
halten. Dabei kommt der Stillung kriti-
scher Blutungen verletzter Extremitäten
und der Anwendung von T ourniquets
besondere Bedeutung zu. Die Etablie-
rung bisher in der Katastrophenmedizin
üblicher stationärer Behandlungsstruk-
turen in der Präklinik ließe zusätzliche
und nur schwer zu schützende „weiche“
Anschlagsziele entstehen und sollte ver -
mieden werden. Stattdessen sind Maß-
nahmen erforderlich, um Kliniken zu
sicheren Bereichen zu machen.
Summary
The threat by terrorist assaults in Europe
has increased in the recent years. This
requires rethinking emergency strategies
by police, firefighters, EMS and hospitals.
T o develop a comprehensive concept for
dealing with “threatening situations” the
task force “T actical Medicine” of the
Scientific Working Group Emergenc y
Medicine of the German Society of
Anaesthesiology and Intensive Care
Medicine invited experts for consensus
meetings at the Armed For ces Hospital
Ulm. T he results may be a basis for
regional plannings and include alert,
risk assessment, operation lead, com -
munications and tactics for medical
care. T he tactical approach as well as
the medical care follow the strategy
Papucei Papucei Papucei Stiefel Klassische Klassische grün grün Stiefel Klassische Stiefel XqSUpwRTvx
“Clear the scene” and the principles of
the military T actical Combat Casualty
Care concept to reduce the hazards for
the personnel to a minimum. Stopping
critical bleedings from extremities by the
use of tourniquets got a key role. Static
treatment facilities in the out-of-hospital
setting – as known from disaster medi-
cine – would be difficult to defend. In
lieu of that, efforts are necessary to make
hospitals safe areas.
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Einleitung
T erroristische Ansc hläge sind in Deutsch-
land – Jahrzehnte nach der Bedrohung
durch die Rote Armee F raktion (RAF)
– wieder zur Realität geworden. Die
aktuellen Ereignisse haben sehr deutlich
gezeigt, wie bedeutend die Auseinander -
setzung mit der T hematik „bedrohliche
Einsätze im zivilen Rett ungsdienst ist,
und wie dringend Konzepte für die Be-
wältigung solcher Lagen in Deutschland
benötigt werden [1].
Die Arbeitsgruppe (AG) „T aktische Me-
dizin“ des Arbeitskreises Notfallmedizin
der Deutschen Gesellschaft für Anäs-
thesiologie und Intensivmedizin (DGAI)
befasst sich seit Jahren intensiv mit den
Besonderheiten solcher Einsatzlagen im
zivilen Rettungsdienst [2]. Zusätzlich
gibt es erste Versuche, das rettungsdienst-
liche Vorgehen systematisc h anhand von
Qualitätsindikatoren zu beschreiben
und zu evaluieren [3].
Aufgrund der bisherigen Erfahrungen mit
terroristischen Anschlägen international
ist sich die Mehrheit der Experten einig,
dass die üblichen zivilmedizinischen
Konzepte zur prähospitalen Bewältigung
eines Massenanfalls von Verletzten
(MANV) nicht geeignet sind, derartige
Ereignisse adäquat notfallmedizinisch zu
bewältigen [4]. Ausschlaggebend dafür
sind neben rein medizinischen vor allem
einsatztaktische Gründe.
Medizinisch ist bei einem (konventio-
nellen) Anschlag mit einer hohen Zahl
schwer und lebensbedrohlich verletzter
P atienten zu rechnen. Wird der Anschlag
mit Schusswaffen oder Explosivstoffen
geführt, steht die Gefahr des raschen
Verblutungstodes im V ordergrund [5].
Notfallmedizinisch haben demnach Maß -
nahmen zur Blutungskontrolle höchste
Priorität. Das in der Notfallmedizin und
insbesondere in der T rauma versorgung
übliche prioritätenorientierte ABCDE-
Schema wird um ein vorangestelltes
für die Suche nach und das Stillen
„Kritischer Blutungen“ erweitert [6].
Dieses Vorgehen nach ABCDE ha t
auch Eingang in die S3-Leitlinie Poly-
trauma- und Schwerverletztenversor -
gung gefunden [7].
Anschlagsopfer , unverletzte Beteiligte
sowie Ein satzkräfte sind in vielfältiger
Weise gefährdet; hier sind z.B. noch
nicht durch P olizeikräfte neutralisierte
Täter („active shooter“) sowie multiple
evtl. auch zeitversetzte – Ansc hläge
und/oder eine dynamische Lage zu nen-
nen.
Einsatztak tisch hat für die Polizei die
Kontrolle des Täters / der Täter bzw . der
Bedrohung höchste Priorität, um so
weitere Opfer zu verhindern. P atienten
und Rettungskräfte sind jedoch der
permanenten Gefahr von Folgeanschlä-
gen („second hit“) ausgesetzt [8]. Für
Rettungskräfte ist es deshalb zwingend
geboten, den Aufenthalt im unsicheren
Gefahrenbereich zu vermeiden oder
zu mindest die Dauer zu minimieren.
Wie die Erfahrungen aus vergangenen
Anschlägen zeigen, können aber in der
Einsatzsituation gefährliche und nicht-
gefährliche Bereiche mitunter nicht
sicher voneinander abgegrenzt werden.
Deshalb muss das notfallmedizinische
Vorgehen grundsätzlich auf eine Mini-
mierung der prähospitalen Versorgungs-
phase abgestimmt werden, wobei das
notfallmedizinische Handeln von den
einsatztaktischen Zwängen bestimmt
wird [9] – eine erste notfallmedizinische
Diagnostik und Versorgung wird hier
erst außerhalb des unsicheren Bereichs
möglich. T atsächliche Sicherheit kann
unter Umständen erst fern vom An -
schlagsort oder in der erstversorgenden
Klinik erreicht werden. Die prähospitale
Etablierung von stationären Versorgungs-
strukturen (z.B. Aufbau eines Behand-
lungsplatzes) verbietet sich hier schon
aus einsatztaktischen Erwägungen.
Um solche Aspekte fachgruppenüber -
greifend zu diskutieren, hat sich auf In
i -
tiative der A G „T aktische Medizin“ eine
breit aufgestellte, multiprofessionell und
interdisziplinär besetzte Expertengruppe
aus ganz Deutschland zweimal am
Bundeswehrkrankenhaus Ulm getroffen,
um ein möglichst einfaches und klares
Rahmenkonzept für derartige Lagen zu
erarbeiten. Dieses Konzept soll von den
für die Notfallplanung Verantw ortlichen
herangezogen und möglichst auf die
lokalen bzw. regionalen V erhältnisse an -
gepasst werden.
In diesem Beitrag werden lediglich die
Kernpunkte des Konzepts dargestellt –
die detaillierten Empfehlungen können
über die AG „T aktische Medizin“ der
DGAI bezogen werden.
Ziel und Strategie des Konzep ts
Oberstes Ziel ist es, das Überleben einer
möglichst hohen Zahl von V erletzten
bzw. Beteiligten zu ermöglic hen und
dabei gleichzeitig die Gefährdung von
P atienten, Beteiligten und Rettungskräf-
ten so gering wie möglich zu halten.
Die prähospitale Versorgung folgt der
Strategie „stopp the bleeding and clear
the scene“ – was im Deutschen mit
„Blutung stillen und Schadensfeld räu -
men“ übersetzt werden kann. Dies be-
deutet [10]:
rasche Identifizierung der Patienten,
die infol ge einer Bl utung am ehesten
zu versterben drohen,
geschnittene navy Chinos Kurz ASOS Marineblau in Kontrolle solcher Blutungen durch
Tourniquet- Anlage o der Ko mpre ssion,
schnelle Rettung der Patienten aus
der „unsicheren “ Zone und
schnellstmöglicher Transport in die
Klinik.
Awareness und Alarmierung
VIKING VIKING schwarz Bergen Bergen Gummistiefel nX6ng8fzx
gemäß Einsatzplan
Erste Informationen von einem Scha -
densereignis laufen regelhaft bei den
Einsatzzentralen der Polizei oder den
integrierten Leitstellen von Feuerwehr
und Rettungsdienst auf, wobei nicht
da von auszugehen ist, dass ein Ereignis
primär als „T erroranschlag“ oder „Amok-
lage“ erkannt und gemeldet wird. Umso
wichtiger ist es, das Leitstellenpersonal
zu sensibilisieren, aus ähnlichen Infor -
mationen schnell das Bild einer „be -
drohlichen Lage“ entstehen zu lassen,
entsprechend zu reagieren und die alar-
mierten Rettungsdienste frühzeitig auf
eine mögliche Bedrohung aufmerksam
zu machen. Hinweise auf eine „bedroh-
liche Lage“ können sich aus der Örtlich-
keit ergeben; fügen sich Informationen
zu einem Meldebild an exponierten
Orten zusammen, steigt die Wahrsc hein-
lichkeit für eine „bedrohliche Lage“.
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Als exponierte Örtlichkeiten kommen in
Betracht:
• Veranstaltungen,
• öffentliche Plätze,
• Verkehrskontenpunkte (Bahnhöfe,
Flughäfe n, Bus-Terminal e tc.) ,
• öffentliche Verkehrsmittel (Busse,
Bahnen etc.)
• besondere Objekte (Regierungs- /
Verwaltungsg ebäude, technisc he
Anlagen, Kl inik en).
Wie im Fall einer Reanimation kann es
hilfreich sein, dem Anrufer lageange -
passt Hilfestellung zu geben – bei einer
Amoklage z.B.: „Suchen Sie Deckung“
oder „Stellen Sie sich tot“.
Wird durch den Disponenten der Ein-
satzzentrale der Polizei (PEZ) oder der
Integrierten Leitstelle von Feuerwehr
und Rettungsdienst (ILS) eine „bedroh-
liche Lage“ erkannt, ist im W eiteren
nach einem entsprechenden Einsatzplan
vorzugehen.
Schon bei Verdac ht sind von der PEZ
die ILS (oder umgekehrt) zu informieren
sowie die jeweiligen Führungsdienste zu
alarmieren. Für die gegenseitige Infor-
mation ist die Einrichtung einer Verbin-
dung höchster Priorität („Rotes T elefon“)
zu empfehlen. Der unverzügliche Kon-
takt zwischen PEZ und ILS ermöglicht
ein gemeinsames Planen des Einsatzes
von Beginn an. Abgestimmte Anfahrts-
wege und eine erste Raumordnung
können festgelegt und den alarmierten
Einsatzkräften mitgeteilt werden. Bereits
eingesetzte Rettungskräfte sind unver-
züglich über die „bedrohliche Lage“ in
Kenntnis zu setzen.
Für die eingesetzten Rettungskräfte gel-
ten folgende Grundsätze:
• Bei Verdacht auf Schusswaffen- oder
Sprengstoffeinsatz klärt die Poli zei
als erstes die Lage vor Ort – und
nicht de r Rettungsdien st.
• Die Rettungskräfte begeben sich
nicht in Gefah r – Eigenschutz hat
Priorität.
Eine frühzeitige Alarmierung ermöglicht
darüber hinaus die schnellstmögliche
Heranführung überörtlicher Einsatzkräfte
(Polizei, Spezialeinheiten, F euerweh ren,
Rettungsdienst, Katastrophenschutz,
ent fernte Rettungshubschrauber etc.).
Allerdings sind die Ressourcen sinnvoll
zu verwalten; dies bedeutet, dass einer
frühzeitigen Alarmierung zur Schaffung
von Reserven eine geeignete Koordi -
nierung mit Lageübersicht sowie ggf.
auch eine Deaktivierung folgen müssen.
Bereitstellungsräume sollen im Vorfeld
bekannt oder nach Alarmierung zuge-
wiesen werden (siehe „Rettungsdienstli-
che Einsatztaktik“).
Führungsorganisation und
Kommunikation zwischen den
Diensten
Ein großes Problem sind mangelnde
Kom munikationsmöglichkeiten zwi -
schen Sicherheitskräften und Rettungs-
dienst [11,12]. Polizei und Rettungs-
dienst/Feuerwehr werden meist von
un terschiedlichen Leitstellen/Einsatz-
zen tra len geführt, wobei die Polizei
regelmäßig rückwärtig führt, während
die Sanitätseinsatzleitung (SanEL) – aus
Leitendem Notarzt (LNA) und Organi-
satorischem Einsatzleiter Rettungsdienst
(OrgL) – in Abstimmung mit dem
Ein satzleiter der Feuerwehr den notfall-
medizinischen Einsatz vor Ort führen.
Wichtige Führungsaspekte sind:
• Einrichten eines „Roten Telefons“ als
hoch prioritäre Exklusivverbi ndung
zwischen PEZ und ILS.
• Die Leitstellen/Einsatzzentralen ent -
senden unverzügl ich eine V erbin-
dungsperson in die jewei lige an dere
Führungszentrale.
• Die Polizei stellt einen Vertreter als
Verbind ungsperson zur SanEL ab, um
so den direkten Informationsfluss z u
gewährleisten.
• Die verantwortlichen Fgeschnittene Kurz Marineblau ASOS in Chinos navy ührer und
Entscheidungsträger müssen vor Ort
erkennbar sein , ohne sie durch a uf-
fälli ge Kleidung zu r „Zielscheibe“ zu
machen.
• Die Kommunikation und die Erreich-
barkeit ei nzelner Entscheidu ngsträ-
ger sowie all er Einheiten m üssen
jederzeit gewährleist et sein.
• Führung des Einsatzes über einen
eigenen Funkkrei s – getrennt vom
Regelrettung sdienst.
• Anweisungen der Führung zur Ge-
fahrenabwehr müss en unverzüglich
und grunds ätzlich diskussionslo s
um gesetzt werden.
Sicherheit an der Einsatzs telle
und Raumordnung
An einem Anschlagsort muss stets mit
einem weiteren Anschlag („second hit“)
gerechnet werden [8]. Höchste Sicher -
heit ist dann zu erzielen, wenn Betrof-
fene, Einsatzkräfte und P atienten den
Anschlagsort so schnell wie möglich
verlassen. Entsprechend empfehlen mit
solchen Szenarien erfahrene Kollegen
aus Israel, dass die Strategie hinter allen
taktischen Überlegungen „clear the
scene“ lauten muss [10].
Für den Einsatz von Rettungskräften
zur Menschenrettung gilt grundsätzlich,
dass eine Gefährdung der Gesundheit
oder gar des Lebens der Rettungsdienst-
mitarbeiter nicht in Kauf genommen
werden darf. Weder die Ausbildung
noch die Ausrüstung rec htfertigen eine
berufliche Verpflic htung zum Einsatz in
einem Gefahrenbereich. Wie an jeder
Einsatzstelle – gleichviel ob bei Ver -
kehrsunfall, Wohnungsbr and oder Ge-
fahrgutunfall – gilt es daher zunächst,
mögliche Gefahren zu erkennen und
zu vermeiden. Für das Herangehen an
Gefahrgutsituationen wird seitens der
Feuerwehren die GAMS-Regel gelehrt:
• G efahr erkennen,
• A bsperrung einrichten,
• M enschenrettung durchführen,
• S pezialkräfte anfordern.
Prinzipiell lässt sich dieses Konzept auf
„bedrohliche Lagen“ übertragen, wobei
die Menschenrettung situationsabhängig
erst durch den Einsatz von P olizeikräften
möglich werden kann. Dabei kann nicht
immer auf eine Spezialeinheit gewartet
werden – dann sehen die polizeilichen
Einsatzkonzepte vor , dass auch sog.
Einzeldienstkräfte tätig werden, um
unter Inkaufnahme eines höheren per-
sönlichen Risikos das weitere Agieren
des Täters (z.B Chinos geschnittene ASOS Kurz Marineblau in navy . bei einer Amoklage)
einzudämmen oder zu stoppen.
Im Rahmen einer „bedrohlichen Lage“
obliegen die Einsatzführung und die
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ersten beiden Aspekte der GAMS-Regel
dem Einsatzleiter der Polizei. Entspre-
chend hat sich die Expertenkommission
geeinigt, die Begrifflichkeiten der Polizei
zur Einteilung der Gefährdungsbereiche
zu übernehmen (Abb. 1). Es werden
• ein unsicherer,
• ein teilsicherer und
• ein sicherer Bereich
unterschieden. Die Abgrenzung dieser
Bereiche kann sich allerdings während
des Einsatzverlaufs gerade bei noch
agierendem Täter äußert d ynamisch
verändern.
Ähnlich wie beim Brandeinsatz der
Feuerwehr obliegt die Menschenrettung
im unsicheren Bereich bei polizeilichen
Lagen den Sicherheitskräften, die ver -
letzte Personen „triagieren“, allenfalls
eine Blutstillung bei bedrohlichen Ex-
tremitätenblutungen mittels Tourniquet
[13] vornehmen und den P atienten dem
Rettungsdienst – an zu definierenden
sicheren Übergabepunkten, die an der
Grenze zum teilsicheren Bereich liegen
können – zuführen.
Von den P olizeikräften kann keine „Sich-
tung“ im (katastrophen-)medizinischen
ASOS in Chinos Marineblau Kurz geschnittene navy Sinn erwartet werden. Es darf jedoch
davon ausgegangen werden, dass un-
verletzte Betroffene oder leicht verletzte
P atienten selbständig versuchen (ggf.
koordiniert durch die Einsatzkräfte und
innerhalb der festgelegten Raumord-
nung), sich in Sicherheit zu bringen [14].
Für die T riage der übrigen Betroffenen
kann vereinfachend gelten: „Hat Le-
benszeichen“ bzw. „Hat keine Lebens-
zeichen“ . Betroffene mit Lebenszeichen
sollen von den Polizeikräften bevorzugt
auf bedrohliche Extremitätenblutungen
überprüft, ggf. mit T ourniquet versorgt,
und an einem sicheren Übergabepunkt
(z.B. an der Grenze zum teilsicheren
Bereich) an den Rettungsdienst überge-
ben werden. Entsprechend schlägt die
Expertenkommission vor , Polizeikräfte
im Umgang mit einem T ourniquet aus-
zubilden. In einigen Bundesländern (z.B.
Bayern) ist die bereits der F all: Die Ein-
satzkräfte werden mit „Medipacks“ (mit
T ourniquet) ausgestattet und geschult.
Trotz aller V orsicht ist es durc haus mög-
lich, dass sich Rettungskräfte unwissent-
lich in der unsicheren Zone befinden,
da vor allem zu Beginn eines Einsatzes
oder bei Alarmierung der ersten Kräfte
nicht klar ist, dass es sich um eine „be-
drohliche Lage“ handelt. Für diesen Fall
muss das Rettungsfachpersonal trainiert
sein, Zeichen einer Gewalttat vor Ort
oder mögliche Gefahren selbständig zu
erkennen und sich adäquat zu verhalten,
d.h. Maßnahmen zum Eigenschutz zu
ergreifen, nachfolgende Kräfte über die
ILS umgehend zu warnen und mit mög -
lichst vielen Betroffenen/P atienten unter
Anlage eines T ourniquets aus der Situa-
tion auszuweichen.
Triag e, Vorsich tung, Sichtung
Die Klassifizierung der P atienten und der
damit verbundene Zeitaufwand müs-
sen sich an den Sicherheitsbereichen
orientieren. Dieser Sachverhalt wird in
den jeweiligen Kapiteln angesprochen,
ohne hier noch einmal ausgeführt zu
werden. Während Polizeikräfte in der
unsicheren Zone allenfalls nach „mit
oder ohne Lebenszeichen“ (angelehnt
an den Field Triage Score – FTS [15]) tri-
agieren können, wird in der teilsicheren
Zone eine rettungsdienstliche Vorsic h-
tung (z.B. nach mST ART [16]) möglich.
Eine ärztliche Sichtung erfolgt spätestens
vor Klinikaufnahme und vor allem im
Hinblick auf dringliche OP-Indikationen
(Abb. 2).
Entwaf fnung
Es ist nicht auszuschließen, dass sich
Attentäter unter die P atienten mischen,
um die Anschlagszone zu verlassen.
Zur Identifizierung sowie zur Sicherheit
der Rettungskräfte sollen P atienten vor
Übergabe an den Rettungsdienst seitens
der Polizei auf W affen oder Sprengmittel
überprüft und ggf. entwaffnet werden.
Da leichtverletzte P atienten und unver -
letzte Betroffene den unsicheren Bereich
ohne die Polizei verlassen, muss auch
hier bedacht werden, wie mit einer po -
tenziellen Bewaffnung von vermeintli-
chen P atienten umzugehen ist.
Es geht dabei nicht um die Entwaffnung
offen mit Waffen agierender P ersonen,
sondern um die Überprüfung von P a-
tienten, ob diese Waffen bei sic h tragen,
um zu vermeiden, dass sich aus unge -
sicherten W affen akzidentell während
Abbildung 1
sicher
sicher
teilsicher
unsicherer Berich
• nurPolizei
• TriagenachLebenszeic hen
• BlutstillungmitT ourniquet
teilsicherer Bereich
•  geschütztePatienten -
ab lgagen (gPA)
• Entwaffnung
• Vorsichtung
•  Abwendungvonvitaler
Bedrohung
sicherer Bereich
• Bereitstellungsräume(BSR)
8K adidas Sport Inspired rot Sport adidas wFZvYHq
• An-undAbfahrtderRTW
• keineBehandlungsplätze
•  SichtungvorderNotfallauf-
nahme
RTW
Ladezone
BSR
Bereitstellungraum
H
Hospital
teilsicher
Anschlag
unsicher
unsicher gPA
gPA
Darstellung der durch die Polizei zu definierenden Gefährdungsbereiche.
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Aus den Verbänden 577
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Tr ansport und Versorgung ein Schuss
löst. Neben Waffen soll auc h auf den
Tr ansport weiterer Effekten wie T aschen
oder Rucksäcke verzichtet werden, da
dies einfacher ist, als diese gründlich auf
den Inhalt hin zu prüfen. Diese Maß-
nahmen tragen wesentlich zur Sicherheit
der eingesetzten Kräfte bei.
Rettungsdien stliche Einsatzt aktik
Die Vergangenheit hat gezeigt, dass mit
mehreren Anschlagsorten in zeitlicher
und räumlicher Nähe gerechnet werden
muss [17]. Darüber hinaus laufen die
rettungsdienstlichen Regelaufgaben
wei ter [18]. Schon aus diesem Grund
müssen die für die Bewältigung der
bedrohlichen Lage vorgesehenen Ein-
satzkräfte durch Nutzung eines eigenen
Funkkreises vom Regelrettungsdienst
ab gekoppelt werden. Zusätzliches Per -
sonal und Fahrzeuge aus Bereitschaf -
ten und/oder benachbarten Bereichen
müssen in sichere Bereitstellungsräume
alarmiert werden. Keinesfalls dürfen
alle verfügbaren Kräfte direkt zur Ein-
satzstelle entsandt werden, damit durch
Bildung von Reserven überhaupt noch
auf neue Lagen reagiert werden kann.
Weiter ist zu bedenken, dass eine große
Ansammlung von Rettungsfahrzeugen
im öffentlichen Raum zum Ziel eines
weiteren Anschlags werden kann.
Nach Möglichkeit und in Abspr ache
mit der polizeilichen Einsatzleitung
sollten in der teilsicheren Zone Über-
gabepunkte gebildet werden, deren
medizinische Leistungsfähigkeit einem
Notarzt-Einsatz-Fahrzeug (NEF) sowie
einem oder mehreren Rettungswagen
(RTW) entsprechen müssen. In einer
solchen „geschützten P atientenablage“
ist eine erste, wenn auch eingeschränkte
rettungsdienstliche Versorgung möglich,
die sich an den Prinzipien der T actical
Combat Casualty Care (TCCC) orientiert
[19], bevor die P atienten dann in den
sicheren Bereich und weiter in die kli-
nischen Notfallaufnahmen transportiert
werden.
TEMS und TCCC
Verschiedene Lagen, in denen eine
rasche P atientenversorgung durc h Kräfte
des Rettungsdienstes nicht möglich war
(z.B. Geisellagen oder Amokläufe an
Schulen), haben dazu geführt, dass die
Polizeikräfte – und hier führend die Spe-
zialeinheiten – die Notwendigkeit zur
notfallmedizinischen Ausbildung des
eigenen Personals erkannt haben. Als
Grundlage für diese Ausbildung dient
das Konzept des T actical Emergency
Medical Support (TEMS), das in Anleh-
nung an militärische Ausbildungskon -
zepte (TCCC) entstanden ist [9,19,20].
Schulungen auf dieser Grundlage – v .a.
im Umgang mit T ourniquets – finden
zunehmend auch im Bereich der Einzel-
dienstkräfte statt, um in der unsicheren
Zone zumindest eine kritische Extre -
mitätenblutung stillen zu können. Die
fallweise Ausstattung von taktisc h nicht
ausgebildetem Rettungsdienstpersonal
mit Spezialkleidung, um diese unter
Schutz der Polizei zum P atienten zu ge-
leiten, wurde eingehend diskutiert – sie
ist nach einhelliger Meinung der Exper-
tenkommission regelmäßig abzulehnen
[20].
Rettungsdienste und Notärzte sind nach
den genannten Konzepten zu schulen.
Das grundlegende medizinische Vor -
gehen orientiert sich an dem TCCC des
Militärs und den Strukturen des PHTLS
(Prehospital T rauma Life Support) [21].
Die notfallmedizinischen Maßnahmen
erfolgen in Abhängigkeit von der takti-
schen Lage und der damit verbundenen
Bedrohung. Dazu wird die Versorgung in
drei Phasen eingeteilt (Abb. 2):
• Care under fire,
• Tactical field care,
• Tactical evacuation care.
Im deutschsprachigen Raum können
die Empfehlungen der TREMA (T actical
Rescue and Emergency Medical Asso-
ciation) – in sinngemäßer Anwendung
– als Ausbildungsgrundlage dienen [22].
Wenn sich der P atient noch unter di-
rekter Bedrohung befindet ( „Care under
fire“ ), ist zunächst der Auftrag weiter
durchzuführen, ggf. die eigene Deckung
zu halten und weitere Verletzte oder Op-
fer zu vermeiden. Entsprechend werden
sich die Polizeikräfte in der
unsicheren
Zone zunächst an der Bewältigung der
Lage beteiligen, da die Kontrolle der tak-
tischen Situation den besten Schutz für
die Verletzten darstellt. Dabei können
P atienten zur Eigeninitiative angeleitet
und aufgefordert werden, sich (z.B.
kriechend) in einen besser geschützten
Bereich zu bewegen. Bleibt der Polizei
Zeit für Hilfsmaßnahmen, beschränken
sich diese auf das Stillen bedrohlicher
Extremitätenblutungen mittels Tourni -
quet [13], bevor die Verletzten in d ie
„geschützten P atientenablagen“ tran spor -
tiert und an den Rettungsdienst überge-
ben werden.
Abbildung 2
unsicher teilsicher sicher
Tri ag e Vorsichtung Sichtung
ORT Anschlagzone Lageabhängig
(geschützte P atientenablage)
Klinikbereich
(vor/außerhalb der NFA)
WER? Polizei RD
NA
+Polizei
gem. Klinik-Alarmplan
verstärkt durch Kat-Schutz
WIE? – revers –
gehfähig?
ggf. Tourniquet
mit Lebenszeichen
vorrangig
(in Anlehnung an FTS)
Eingangssichtung
inkl. Entwaffnung
mS TAR T
Registrierung
Identifizierung
(ggf. Foto/Ausweispapiere)
Ausgangssichtung
Sensibilisierung für
Bedrohung/Waffen etc.
inkl. Entwaffnung
Sichtung
gem. Klinik-Alarmplan
Zweitsichtung/Re-Evaluation
Übersicht über die Handlungsoptionen in den Gefährdungsbereichen.
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578 Aus den Verbänden
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Erreicht der P atient (allein oder mit Hilfe
der Polizei) einen teilsicheren Bereich
und steht damit nicht mehr unter
direkter Bedrohung, können eine erste
orientierende Untersuchung und erste
lebensrettende Maßnahmen gemäß dem
ABCDE erfolgen ( „Tactical field
care“ ). Auch in der „geschützten Pa-
tientenablage“ hat die Sicherheit der
Helfer und P atienten höchste Priorität.
Der Rettungsdienst führt, ggf. unterstützt
durch einen Notarzt, eine (Vor-)Sichtung
durch, verschafft sich einen ersten Ein-
druck von den P atienten und versucht,
kritische Blutungen zu stillen (wenn
nicht bereits geschehen). Dazu sind
neben Tourniquets auch Verbandmittel
für Kompression und W undpacking so-
wie Hämostyptika verfügbar [23]. Ange-
passt an die Erfordernisse der taktischen
Lage erfolgt die im PHTLS als „Initial Klassische Shoes Evita GIUSY Pumps dunkelgrün B5WRq1
Assessment“ beschriebene orientierende
Untersuchung („Bodycheck“) der P a-
tienten nach dem ABCDE-Schema
(Abb. 3).
Stationäre, multiple oder
dynamische Lage
Die Entwicklung eines Amoklaufs oder
eines Anschlags ist für die Einsatzkräfte
zunächst nicht vorhersehbar . So kann
sich ein Anschlag auf ein einzelnes
stationäres Ziel bzw. Ereignis beziehen
oder der Täter bew affnet flüchten, was
Polizei und Rettungsdienst dann mit
einer dynamischen Lage konfrontiert
und eine Einteilung von Gefahrenberei-
chen besonders schwierig macht. Ziel
der Polizei wird es sein, durch Eindäm-
mung des oder der Täter oder der Be-
Shoes Shoes Evita Evita schwarz Pumps wq7EFXE4x
drohung die Situation in eine stationäre
Lage zu überführen. Führt eine Gruppe
von Tätern nahezu zeitgleich multiple
Anschläge aus, gilt es, die verfügbaren
Kräfte sinnvoll auf die Einsatzorte zu ver -
teilen und Reserven zu bilden, bis keine
weiteren Anschläge mehr zu erwarten
sind.
Notfallaufnahmen als sichere
Bereiche
Die prähospitale Etablierung stationärer
Versorgungsstrukturen (z.B. zeltgestütz-
ter Behandlungsplatz – BHP) lässt ein
nicht zu schützendes „weiches“ Ziel ent-
stehen. Bei einer „bedrohlichen Lage“
sind die Polizeikräfte, die zum Schutz
einer derartigen Infrastruktur notwendig
wären, bereits mit vielfältigen anderen
Aufgaben ausgelastet und hierfür nicht
verfügbar . Somit sieht die Expertenkom -
mission die vorrangige Lösung darin, die
Abbildung 3
Erste Untersuchung – Initial Assessment
T
A
C
T
I
C
A
L
R
E
S
C
U
E
&
E
M
E
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C
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M
E
D
I
C
I
N
E
A
S
S
O
C
I
A
T
I
O
N
Erste Untersuchung - Initial Assessment
Alle Maßnahmen erfolgen in Abhängigkeit von
der Bedrohungslage und dem Verletzungsmechanismus
(bei entsprechendem Trauma auch HWS-Immobilisation)
S („Safety“)
I („Impression“)
C („Critical Bleeding“)
K („Kinematics“)
AVPU Bewusstseinszustand (alert, verbal, pain, unresponsive)
nach kritischen Blutungen suchen und stillen: ggf. Tourniquet !
Airway / Atemweg kontrollieren (sehen, hören, fühlen - wer spricht, atmet)
bei Bewusstseinsgetrübten / Bewusstlosen zusätzlich:
- Mund/Rachen inspizieren, ggf. Ausräumen
- Wendl-Tubus einlegen / ggf. stabile Seitenlage
- Atmung nochmals kontrollieren
- wenn keine Atmung: Larynxmaske/-tubus oder Koniotomie
Breathing / Brustkorb freimachen und inspizieren
- Kehlkopf u. Halsvenen betrachten (verschoben / gestaut?)
- Verletzungen/Blutungen?
- alle Thoraxwunden mit sterilem luftdichten od. Ventil-Verband verschließen !
A uskultieren (Abhören) der Lungen von vorne links u. rechts im Vergleich
P alpieren (Abtasten) des Brustkorbs
C heck the Back (Rücken auf Wunden untersuchen)
- beim Drehen evtl. jetzt schon auf Tragetuch rollen
bei V.a. Spannungspneu muss sofort entlastet werden (Pkt. 2. ICR in MCL) !
erneut von A kontrollieren
Circulation / Kreislauf
- Pulse tasten (A. carotis und A. radialis ggf. femoralis gleichzeitig)
- Blood sweep Pat. kompl. abtasten: Kopf, Bauch, Becken, Beine, Schritt, Arme)
dabei nach weiteren Verletzungen/Blutungen suchen - eigene Hände blutig ?
Blutung stoppen (Tourniquet, Druckverband, Hämostyptika, evtl. Gefäßklemme)
- Herzfreuquenz im Verlauf wiederholt kontrollieren
erneut von A kontrollieren
Disability / neurologische Dezite
AVPU bestimmen Pupillen kontrollieren
Environment
Wärme erhalt
Transportentscheidung: Kritscher Patient = Evakuierung
!!! Alle Maßnahmen sollten innerhalb von 3 min abgeschlossen sein !!!
Meldung an TrpFhr / Einsatzleitung
(was wurde festgestellt, Maßnahmen, Transportprioritäten, Zeit bis Transportfähigkeit)
evtl. i.v. / i.o. Zugang (Volumen-/Schmerztherapie)
alternativ Morphininjektor, Fentanyl-Lutscher / -spray
modiziert nach TREMA e.V . www.tremaonline.de
Alle Maßnahmen erfolgen in Abhängigkeit von der
Bedrohungslage und dem V erletzungsmechanismus
(bei entsprechendem T rauma auch HWS-Immobilisation)
S afety
I mpression
C ritical Bleeding
K inematics
AVPU Bewusstseinszustand (alert, verbal, pain, unresponsive)
nach kritischen Blutungen suchen und stillen: ggf. Tourniquet!
Tr ansportentscheidung: Kritischer Patient = Evakuierung
Meldung an TrpFhr/Einsatzleitung
(was wurde festgestellt, Maßnahmen, T ransportprioritäten, Zeit bis T ransportfähigkeit)
evtl. i.v./i.o. Zugang (Volumen-/Schmerztherapie)
alternativ Morphininjektor, Fentanyl-Lutscher/-spray
Airway/Atemweg kontrollieren (sehen, hören, fühlen – wer spricht,
atmet) bei Bewusstseinsgetrübten/Bewusstlosen zusätzlich:
• Mund/Racheninspizieren,ggf.Ausräumen
• Wendl-T ubuseinlegen/ggf.stabileSeitenlage
• Atmungnochmalskontrollieren
• wenn keine Atmung : Larynxmaske/-tubus oder Koniotomie
Breathing/Brustkorb freimachen und inspizieren
• Kehlkopfu.Halsvenenbetrachten(verschoben/gestaut?)
• Verletzungen/Blutungen?
• alleT horaxwundenmitsterilemluftdichtenod.Ventil-V erbandverschließen!
A uskultieren (Abhören) der Lungen von vorne links u. rechts im Vergleich
P alpieren (Abtasten) des Brustkorbs
C heck the Back (Rücken auf Wunden untersuchen)
• beimDrehenevtl.jetztschonaufT ragetuchrollen
bei V .a. Spannungspneu muss sofort entlastet werden (Pkt.2.ICRinMCL)!
erneut von
A
kontrollieren
Circulation/Kreislauf
• Pulsetasten(A.carotisundA.radialisggf.femoralisgleichzeitig)
• Blood sweep (Pat. kompl. abtasten: Kopf, Bauch, Becken, Beine, Schritt,
Arme)
dabei nach weiteren Verletzungen/Blutungen suchen – eigene Hände blutig?
Blutung stoppen (Tourniquet, Druckverband, Hämostyptika, evtl. Gefäß-
klemme)
• HerzfreuquenzimV erlaufwiederholtkontrollieren
erneut von A kontrollieren
Disability/neurologische Defi zite Environment
AVPU bestimmen Pupillen kontrollieren Wärme erhalt
modifi ziert nach TREMA e.V . www.tremaonline.de
!!! Alle Maßnahmen sollten innerhalb von 3 min abgeschlossen sein !!!
Vorschlag zu einer Erstuntersuchung (Initial Assessment) der Patienten in „bedrohlichen Lagen“
[nach 22].
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Notfallaufnahmen der Krankenhäuser
zu möglichst sicheren Bereichen zu ma-
chen und die BHP bei Bedarf an oder in
die Kliniken zu verlagern. Dazu ist eine
entsprechende Planung und Beübung
des Klinikpersonals erforderlich.
Im Fall einer Alarmierung aktiviert die
Klinik den Notfallplan des Krankenhau-
ses mit den entsprechenden Führungs-
und Personalstrukturen [24]. Besucher
und ambulante P atienten sind zum Ver -
lassen der Klinik aufzufordern. Aus- und
Eingänge müssen besetzt werden, wobei
die Medizinische Hochschule Hannover
dafür seit Jahren Vereinbarungen mit
Kräften der Freiwilligen Feuerwehren
getroffen hat, die u.a. auch helfen, P a-
tientenströme zu kanalisieren [24]. Der
P atientenzugang zur Klinik darf nur über
die Notfallaufnahme erfolgen, und es
muss alles versucht werden, das Eindrin-
gen potenzieller Attentäter zu verhin -
dern. Um alarmiertes oder selbständig
in die Klinik kommendes Personal zu
identifizieren, sind ID-Karten bzw. Mit-
arbeiterausweise für das Klinikpersonal
erforderlich. W eiter können Katastro-
phenschutz-Einheiten usw . direkt an die
Notfallaufnahmen alarmiert werden,
um dort zu unterstützen, was ebenfalls
Absprachen und gemeinsame Übungen
voraussetzt.
Erste klinische V ersorgung
Je nach Entfernung zum Ansc hlagsort
kommen P atienten – zunächst eher
Leichtverletzte – selbständig zur Not-
fallaufnahme, bevor eine offizielle
Alarmierung über die ILS erfolgt. Um
dies frühzeitig zu erkennen, soll eine
Vigilanzschulung des P ersonals der Not -
fallaufnahme für „ungewohntes P atien-
tenaufkommen“ erfolgen.
Bei Verzicht auf prähospitale BHP ist die
Notfallaufnahme für den Rettungsdienst
die erste Behandlungseinrichtung in der
sicheren Zone – damit ist die Sichtung al-
ler eintreffenden P atienten unerlässlich.
Diese soll möglichst außerhalb der Not-
fallaufnahme stattfinden, um Betroffene
und P atienten besser zu kanalisieren und
nur die P atienten in die Notfallaufnahme
einzulassen, welche tatsächlich akut
behandlungsbedürftig sind. Auch hier
muss ein weiteres Mal an das oben be-
schriebene Thema Entwaffnung gedacht
werden. Mögliche Lösungen für dieses
Problem müssen im Vorfeld besprochen
sein und könnten beispielsweise Teil
eines Krankenhaus-Notfallplans sein.
Penetrierende thorakoabdominelle Ver-
letzungen weisen eine hohe Letalität auf
[25]. Gerade im Massenanfall oder bei
einer bedrohlichen Lage erreichen diese
P atienten die notwendige chirurgische
Intervention oft nicht mehr rechtzeitig
und versterben vor der notfallmedizini-
schen bzw . notfallchirurgischen V ersor-
gung. Für die eintreffenden P atienten
steht die Entscheidung über eine zeitkri-
tisch notwendige Operation deshalb im
Vordergrund. Um bei eingeschränkten
diagnostischen Möglichkeiten die
richtige OP-Indikation zu stellen, ist
die Sichtung im Team durch einen er -
fahrenen Notfallmediziner und einen in
Katastrophen-, Einsatz- oder T aktischer
Medizin erfahrenen chirurgischen F ach-
oder Oberarzt sinnvoll [27].
Um eine flächendeckende Befähigung
deutscher Kliniken in „Damage-Control-
T echniken“ zu erreichen, hat die DGU
in Zusammenarbeit mit dem Sanitäts-
dienst der Bundeswehr und der DGAI
ein Kurskonzept zu Terror and Disaster
Surgical Care – TDSC® entwickelt.
Da der Rettungsdienst in dieser Phase
maximal ausgelastet ist, sollen bei Ver -
sorgungsengpässen vital bedrohte P a-
tienten möglichst nicht in eine andere
Klinik transferiert, sondern Spezialisten
und Material zugeführt werden.
Infrastrukturelle Vorbereitung
der Notfallaufnahmen
Um die Dokumentation bei einem
Mas senanfall von Notfallpatienten zu
erleichtern und der Verwechslung von
Anamnesen, Befunden und Anordnun-
gen vorzubeugen, sollen die P atienten in
der Reihenfolge ihres Eintreffens in der
Notfallaufnahme nummeriert werden
und Sets mit entsprechend vornumme-
rierten Dokumentationsunterlagen er -
halten [28].
Bereits in der Routineversorgung von
Einzelpatienten entstehen immer wieder
Informationsverluste bei der Übergabe
zwischen einzelnen Bereichen der Klinik
[29] – bei einem Massenanfall von Ver-
letzten ist dieses Risiko noch ungleich
erhöht. Es empfiehlt sich daher , den Pa-
tienten einem festen T eam zuzuordnen,
das ihn durch alle Behandlungsstationen
bis in den OP oder auf die Intensiv- oder
Normalstation begleitet [17,24].
Weiter sind Vorbereitungen zur laufen-
den Versorgung des Rettungsdienstes
mit Verbrauchsmaterial notwendig. In
einem Massenanfall haben die RTW-
Be satzungen kaum die Möglichkeit, ihr
Fahrzeug nach einem Einsatz auf der
Rettungswache wieder aufzurüsten –
Kurz Marineblau Chinos navy ASOS in geschnittene sie müssen vielmehr umgehend zur
Ein satzstelle zurückkehren, um die
nächsten P atienten aufzunehmen. Ent-
sprechend soll Material (Infusions- und
Verbandmaterial, Tourniquets etc.) in
den Notfallaufnahmen bereitstehen, aus
dem sich der Rettungsdienst versorgen
kann, was wiederum der Absprac he im
Vorfeld bedarf.
Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Die Verantwortung für die Informations-
weitergabe obliegt den Sicherheitsbehör-
den und damit dem Pressesprecher der
Polizei, mit dem sich die SanEL abspricht.
Interviews werden ausschließlich zu
ver einbarten Pressekonferenzen durch
berechtigte Personen gegeben. Auch
Aus künfte aus Kliniken sollen mit der
Polizei und zu diesem Zeitpunkt bereits
mit der Staatsanwaltschaft abgesprochen
werden. Für alle eingesetzten Kräfte gilt
entsprechend ein Verbot, Informationen
oder Bildmaterial über soziale Medien
weiterzugeben. Die Nutzung solcher
Medien durch Betroffene lässt sich nur
schwer kontrollieren.
Allerdings hat sich bei den bisherigen
Lagen gezeigt, dass die gezielte Infor-
mation der Bevölkerung seitens spezi-
eller Polizeistäbe über soziale Medien
hilfreich ist. So hat die Londoner Polizei
bei den Anschlägen 2017 versuc ht, die
Bevölkerung über soziale Medien aufzu-
fordern, bei Bedrohung zu fliehen und
sich in Sicherheit zu bringen und erst
dann die Polizei zu informieren (Abb. 4).
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580 Aus den Verbänden
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Bedeutung von Erste-Hilfe-
Maßnahmen zur Blutstillung
Da Blutungen aus Extremitäten vielfach
relativ einfach und sicher durch die
Anlage eines T ourniquets kontrolliert
werden können, sollte diese Maßnahme
in die Erste-Hilfe-Ausbildung aufgenom-
men werden.
Fazit
Die Konsensusgespräche unter Leitung
der Arbeitsgruppe „T aktische Medizin“
des Arbeitskreises Notfallmedizin der
DGAI haben erstmals in Deutschland
zur Erarbeitung eines dienstübergrei-
fenden Konzepts zum rettungsdienst -
lichen und polizeilichen Vorgehen bei
„bedrohlichen Lagen“ geführt.
Die Ergebnisse sollen die Grundlage
für regional zu erstellende Einsatzplä-
ne für „bedrohliche Lagen“ bilden und
erstrecken sich u.a. auf Alarmierung,
Einsatzführung, Kommunikation sowie
Strategien zur Patientenv ersorgung. Die
Strategie „clear the scene“ bestimmt
das taktische Vorgehen und die Versor-
Chinos in geschnittene navy Kurz ASOS Marineblau gung entsprechend dem aus dem Mili-
tär bekannten Tactical Combat Casualty
Care, um die Gefährdung des eingesetz-
ten Personals so gering wie möglich zu
halten. Dabei kommt der Stillung kriti-
scher Blutungen verletzter Extremitäten
und der Anwendung v on T ourniquets
besondere Bedeutung zu. Die Etablie-
rung bisher in der Katastrophenmedizin
üblicher stationärer Behandlungsstruk-
turen in der Präklinik ließen zusätzliche
und nur schwer zu schützende „wei-
che“ Anschlagsziele entstehen und soll-
ten vermieden werden. Statt dessen sind
Maßnahmen erforderlich, um Kliniken
zu sicheren Bereichen zu machen.
geschnittene in Marineblau Chinos navy Kurz ASOS Abbildung 4
„Tweet“ der Metropolitan P olice während der Anschläge in London im Juni 2017.
Definitionen
Gefährdungsbereiche
Die Gefährdungsbereiche werden von den Polizeibehörden identifiziert und
unterteilt in:
•sicher •teilsicher •unsicher.
Die zu treffenden Maßnahmen sind bereichsabhängig und sind in Abb. 2
dargestellt. Die Grenzen dieser Bereiche müssen im Verlauf des Einsatzes
als dynamisch betrachtet werden, da sich Täter bewegen oder erst später
als solche erkannt werden. Die Erwartungen an die Polizei, diese Bereiche
möglichst schnell festzulegen, werden in vielen Fällen nicht oder nur unter In -
kaufnahme eines gegebenen (kalkulierten) Restrisikos erfüllt werden können.
Entsprechend müssen eingesetzte Kräfte im teilsicheren Bereich jederzeit auf
eine unmittelbar notwendige Verlegung vorbereitet sein.
Bereitstellungsraum
Für die alarmierten Einsatzkräfte werden durch die ILS in Absprache mit der
Einsatzleitung Bereitstellungsräume im primär sicheren Bereich bestimmt. Je
nach Schadenslage können mehrere Bereitstellungsräume erforderlich wer -
den, die von einem Abschnittsleiter geleitet werden, der über ständigen Funk-
kontakt zur Einsatzleitung verfügt und bei dem sich alle eintreffenden Kräfte
melden. Solange kein Bereitstellungsraum definiert ist, sollen Fahrzeuge ohne
Auftrag in sicherem Abstand zum Einsatzort mobil bleiben und nicht parken,
um so kein auffälliges Ziel zu bieten („mobile Bereitstellung“).
Stationäre Lage
Es handelt sich um ein einmaliges oder örtlich begrenztes Ereignis. Dabei
kann die Täterwirkung durch ein stattgefundenes Ereignis (z.B. Explosion)
dargestellt sein oder der/die Täter ist/sind durch Polizeikräfte an einem Ort
gebunden und kann/können diesen nicht verlassen (z.B. Geiselnahme in
einem Gebäude). In diesem Fall sind die Gefahrenbereiche einfacher zu
definieren und zu halten.
Dynamische Lage
Situationen, in denen die Täter mobil und dadurch schlechter einschätzbar
sind oder die Bedrohung noch nicht ge bannt ist. Ziel der Polizei ist es, die
Täter zeitnah in eine stationäre Lage zu zwingen. Sicherheitsbereiche wer -
den sich verschieben, entsprechend müssen auch die Einsatzkräfte flexibel
reagieren.
Multiples Szenario
Mehrere zeitgleiche oder zeitversetzte Anschläge innerhalb einer Region mit
dem Ziel, ein möglichst großes Chaos zu verbreiten und die Einsatzkräfte
massiv zu überlasten. Wichtig ist die Bildung von Einsatzreserven, dies
sowohl prä hospital als auch in den Kliniken.
Geschützte Patientenablage
Im teilsicheren Bereich richtet der Rettungsdienst in Absprache mit der Ein -
satzleitung der Polizei eine Stelle zur Patientenübergabe ein. Diese soll nicht
frei zugänglich und einfach zu schützen sein (z.B. festes Gebäude). Diese
„geschützte Patientenablage“ wird je nach Verfügbarkeit mit dem Material
und Personal von mehreren RTW und möglichst einem NEF besetzt und hat
die Aufgabe, zu sichten (z.B. nach mSTART) und akute Vitalbedrohungen
abzuwenden. Das Personal entscheidet über Transportpriorisierung, steht
jedoch selbst nicht für Transportaufgaben zur Verfügung. Bei Änderung der
Sicherheitslage muss die Patientenablage jederzeit geräumt oder verlegt
werden können.
Second hit
Ein Zweit- oder auch Drittanschlag, nachdem durch einen ersten bereits
Helfer vor Ort versammelt sind, um ge zielt Einsatzkräfte zu schädigen. Da
stets damit gerechnet werden muss, gilt die Strategie „clear the scene“ !
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Aus den Verbänden 581
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Kernaussagen
• Strategie hinter allen taktischen
Überlegungen ist di e M axime „clear
the scene“ .
• Leitstellenpersonal muss sensibilisiert
sein und bei Hin weisen auf eine
„bedrohliche Lage“ n ach einem
Ein sat zplan al armieren und bereits
alarmierte Kräfte informi eren und
warnen.
• Einrichtung eines „Roten Telefons“
zwischen Einsatzzentrale der Po -
lizei un d der integrierten Leitstelle
für Feuerwehr und Rettungsdienst
für einen hochprioritären I nforma -
tionsaustausch.
• Einsatzzentrale der Polizei und die
integrierte Leitstelle fü r Feuerwehr
und Rettungsdienst senden frühzeiti g
Verbind ungsper sonen in den jeweil s
anderen Führun gsbereich.
• Das Erreichen des taktischen Einsatz-
ziels der Pol izei ist Voraussetzung für
die Patientenr ettung.
• Das Einsatzgebiet wird in Gefahren-
bereiche ( unsicher, teilsicher, sicherChinos Marineblau ASOS Kurz in geschnittene navy )
eingetei lt ; ein Ein satz des Regelret-
tungsdiensts in unsic heren Bereichen
soll verm ieden werden.
• Im teilsicheren Bereich werden
„ge schütz te Patiente nablagen“ als
Übergabe punkte d efiniert, r ettung s -
dien stlic h be set z t und poliz eilich
geschüt zt.
• Patienten und Betroffene müssen auf
Waffen und Gefahrenstoffe/S preng -
sätze untersucht und ggf. entwaffnet
werden.
• Die Patientenversorgung richtet sich,
abhängig von den Gefah navy geschnittene Kurz Chinos in Marineblau ASOS renb Kurz Chinos in Marineblau geschnittene navy ASOS erei-
chen, nach dem mi litärischen „T acti-
BIANCA Pumps Klassische Evita grün Shoes FqEgScw5t
cal Combat Casualty Care“-Konz ept .
• Anstatt prähospital Behandlungsplät -
ze zu install ieren, sollen Notfallauf-
nahmen zur Sich tung bei Massen-
anfall von P atienten aufgerüstet wer-
den. Durch Sicherhe it smaßnahmen
(wie Einrichtung einer Zugangskont -
rolle) müssen sie zu mög lichst si che -
ren Infrastrukturen gemacht w erden.
• Die erste klinische Versorgung rich-
tet sich nach „Da mage- Control“-
Prinzipien.
• Um OP-Indikationen auch bei ei n -
geschränkten diagnostisc hen M ög -
lichk eiten zu stellen, erfolgt die Sich-
tung im T eam durch einen erfahrenen
Notfallmedizi ner und einen in Kata -
s
trophen-, Einsatz- oder T aktischer
Medizin erfahrenen chi rurgischen
Fach- oder Oberarzt.
• In den Notfallaufnahmen soll Ver-
brauchsmate rial zur Wie derauss tat -
tung des Rettungsdienstes vorgehal-
ten werden.
Danksagung
Die Konsensusgespräche wurden durc h
die finanzielle Unterstützung der Stif-
tung BINZ und der Firma GS Elektrome-
dizinische Geräte G. Stemple GmbH,
Kaufering, ermöglicht.
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Korrespondenz -
adresse
Dr. med.
Björn Hossfeld, OFA
Klini k für Anäst hesiologie & In in Kurz Marineblau geschnittene ASOS navy Chinos tensiv-
medizin – S ekt ion Not fallmedizin
RTH Christoph 22
Bundeswehr krankenhaus
89081 Ulm , Deut schland
Tel . : 073 1 171 0 -2 6501
E-M ail:
bjoer n.hoss feld@ uni-ulm.d e
27. Franke A, Bieler D , Friemert B, Schwab
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DGA Info
Hans Anton Ada ms
DGAI
Kathleen Adler
Innenminis terium B aden-Wü rtt embe rg
Heinz Wilhelm Bartling
Deutsches Rotes Kreuz, Stu ttgart
Andreas Bayer
DRF Stift ung Luftre ttung gemeinnüt zige AG
Stefan Becker s
Klinik für Anästh esiologie,
Uniklinik RWT H Aache n, ÄLRD
Rainer Benedens
Deutsches Rotes Kreuz, Ulm
Michael Bernhard
Universitätsklinikum Leipzig
Daniel Bläser
Institut für Rettungs- und Not fallmedizin,
Universit ätsklinik um Schle swig-H olstein
Andreas Bohn
Bundesverband ÄLRD, LNA Münster
Renate Bohnen
Bundespolizei GSG9, Polizeiärztlicher Dienst
Jörg Braun
DRF Stift ung Luftre ttung gemeinnüt zige AG,
Ärztlicher Leiter
Jörg Brokmann
Universitäts klinikum Aachen
Alexander Din se-Lam bracht
Universit ätsklinik um Ulm
Frank Drescher
Malteser Hilfsdienst gemeinnützige GmbH
Kersten Enke
Johanniter Unfallhilfe, Bi ldung sinstitut
Hannover
Matthia s Fischer
DGAI, Arbeitsgemei nschaft südwestdeut -
scher Notärzte
Klaus Friedric h
Bundesfeuerwehrarzt
Benedikt Friemert
DGU, AG Ei ns atz-, Katastrophen- und
Taktische C hirurgie
Harald Genzwürker
Johanniter Unfall hilfe, Landesarz t Baden-
Württemberg
Philipp Gotthar dt
Klinikum Nür nber g
Georg Grasmeyer
Feuerwehr/Rettungsdienst, St adt Köln
Jan-Thorsten G räsner
Institut für Rettungs- und Not fallmedizin,
Universität Schle swig-Holste in
Stefan Gromer
Deutsches Institut für Kat astrophenmedizin,
Universität Tübingen
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Daniel Groß
Arbeiter Samariter Bund
Joachim Habers
Sachverständiger med. Ge fahrenabwehr
Armin Hacks tein
Leiter des kommunalen T eils der Koope -
rativen Regionalleitstelle No rd, Harrislee
Fachverband Leitstellen e.V.
Axel R. Heller
Klinik und Polik linik für AIN S,
Universit äts klinik um Dr esden
Matthias Helm
DGAI, AG „T aktische Me dizin“;
Bundeswehrk rankenhaus Ulm
Anette Hen ninger
Innenminis terium B aden-Wü rtt embe rg
Karsten Homrighausen
Innenminis terium B aden-Wü rtt embe rg
Johannes H orter
BG Unfallklinik Lud wigshaf en
Björn Hossfeld
DGAI, AG „T aktische Me dizin“; DIVI Spre -
cher Sektion Notfall- und Katastrophen-
medizin; Vorsitzender Arbeitsgemeinschaft
in Bayern tätiger Notärzte;
Bundeswehr k rankenhaus Ulm
Florent Josse
DGAI, AG „T aktische Me dizin“; V or stand
Tactical Rescue and Emergency Medicine
Association (TREMA e.V.);
Bundeswehr k rankenhaus Ulm
Barbara Kowalzik
Bundesamt für Bevölkerungsschutz und
Katastr ophenhilfe (BBK)
Uwe Kreimeier
Universitäts klinikum München
Christa Krieg
Bundesamt für Bevölkerungsschutz und
Katastr ophenhilfe (BBK)
Alexander Lechleuthner
Stadt Köln; Bunde sverband ÄLR D; LNA Köln
Heiko Lier
Universit ätsklinik um Köln
Udo Müller
Arbeiter Samariter Bund
Claus Muth
Universit ätsklinik um Ulm
Jörg Oberfeld
Johanniter Unfallhilfe, Bundesarzt
Matthias Offterdinger
Robert-Bosch- Krankenhaus, LNA Stutgart
Stephan Pado sch
Universit ätsklinik navy Kurz Chinos geschnittene in ASOS Marineblau um Köln
Hans-R. Paschen
Evang. Amalie Sieveking-K rankenhaus,
LNA Hamburg
Ernst Pfenninger
Universit ätsklinik um Ulm
Stefan Poloczek
Feuerwehr Berlin, ÄLRD
Stephan Rudol ph
Feuerwehr München
Matthi as Rupp ert
ADAC-Luftret tung, Leiter Medizin
Gereon Schälte
Klinik für Anästh esiologie,
Uniklinik RWT H Aache n
Thomas Schlechtriemen
ÄLRD des Saarlandes
Willi Schmidbaue r
Bundeswehrk rankenhaus Berlin
Andreas Schwartz
Bundeswehrk rankenhaus Hamburg
Björn Stahlh ut
Deutsches Rotes Kreuz, Prä sidium, Berli n
Robert Stangl
Stadt Köln, Feuerwehr/Rettungsdienst
Andreas Sto lz
Polizeip räsi dium Re utling en
Leander Strate
Johannite r Unfallhilfe
Markus Stuhr
Berufsgenossenschaft; DG AI, AG T ak tische
Medizin; LNA Hamburg
Florentin von K aufmann
Leiter Integrierte Leitstelle München,
Fachverband Leitstellen e.V.
Falk von Lübken
DGU, AG Ei ns atz-, Katastrophen- und
Taktische Chirurgie, Bundes wehrkranken -
haus Ulm
Norbert Walz
Vizepräside nt, Polzeiprä sidium Stutt gart
Mar ti n Web er
Bundesamt für Bevölkerungsschutz und
Katastr ophenhilfe (BBK)
Stefan Weiß
Klinikum Lud wigsbu rg
Börje Wolfskämpf
Fachdienst Sicher heit und Verbraucher -
schutz, Kooperative Regionalleitstelle West,
Elmshorn
Thomas Wurmb
Universit ätsklinik um Würzb urg; Vor stand der
Deutschen Arbeit sgemeinschaft Krankenhaus
Einsatzplanung (DAKEP e.V .)
Teilnehmer der Kons ensusges präche Rettu ngsdiens t in bedrohlich en Lagen :

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        Produktbeschreibung

        Chinohose von ASOS DESIGN

        PRODUKTCODE

        1153262

        Marke

        Für einen Look, mit dem du ganz selbstbewusst deinen eigenen Stil zeigen kannst. ASOS DESIGN greift die neuesten Trends auf und verleiht ihnen den besonderen ASOS-Stil. Alles, was du benötigst, einschließlich unserer Plus- und Tall-Kollektionen sowie unserer ASOS DESIGN Make-up-Kollektion